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Brest. Kinder

10:50 13 июня 2015


Sergey Matschinski


Brest. Kinder


 Ich wollte heute gar nicht schreiben. Zuerst wollte ich all diesen Schmerz in mir verdauen, ihn „einfach verbrennen“. Als ich heute meine Arbeit am Trichter einer Fliegerbombe beendete und über Erinnerungen, über die Toten im Grab und die sie begleitenden Funde nachdachte, wurde mir mit großer Wahrscheinlichkeit klar, dass in diesem Trichter diejenigen liegen, die in den ersten Sekunden des Krieges ermordet wurden. Das waren jene, die in der Unterkunft des 333. Schützenregimentes schliefen, jene, die noch im Schlaf getötet und unter den Bomben begraben wurden, jene, denen es gar nicht bewusst wurde, was geschehen war. Sie wurden erst nach den Kämpfen in der Festung beerdigt, als man die Unterkunft des 333. Schützenregimentes abbaute. Die Ortsbewohner haben sie beerdigt – diejenigen, die man unter den Ruinen finden konnte. Tod des Soldaten in den ersten Sekunden, ohne Möglichkeit, dem Feind Widerstand leisten zu können, auf ihn zu schießen, mit den Zähnen zu zerreißen, sich einfach in den grausamen Kampf mit bloßen Händen oder mit einem Stück Rohr zu werfen, um im Kampf zu sterben…


Und unter den toten Erwachsenen lagen, und das war am erschreckendsten – Überreste von zwei KINDERN... von einem 3 bis 4-jährigen und einem 7 bis 10-jährigen Kind.


Wie kann ich euch beschreiben, was ich – ein erwachsener Mann, Offizier, der Dutzende Soldaten ausgegraben hat und bei den Ausgrabungen von Hunderten dabei gewesen ist, – fühlte, als ich in dem gebrannten Sand und zwischen den Ziegelbruchstücken Finger eines vierjährigen Kindes ausgrub? Die Erde der Festung hatte dank ihrer merkwürdigen Besonderheit in 1,5 Meter Tiefe unter dem Kriegskram die Überreste dieses Kindes in den kleinsten Einzelheiten aufbewahrt. Wozu? An jedem anderen Ort hätten die Knochen des Kindes nicht erhalten bleiben können. Woher sind hier diese Kinder? Daneben im Anbau hatten Offiziersfamilien gewohnt, nach verschiedenen Erinnerungen zirka 10 Familien mit Kindern. Wo sind ihre Eltern? Sind sie vielleicht hier oben im Trichter und bedecken sie vielleicht sogar nach dem Tod ihr Kind mit ihren Körpern?


Was fühlte ich, als ich diese Finger und Knochen, brüchig und klein wie Sonnenblumenkerne, ausgrub? Weinte ich? NEIN!!! Ich schützte das Kind vor der glühenden Sonne und dachte, dass ich weder damals noch heute …. für das Kind nichts mehr tun konnte und nichts mehr tun kann. Ebenso vor 74 Jahren konnten Tausende Soldaten und Hunderte Waffen, die in seiner Umgebung waren, für das Kind nichts tun. Auch sie vermochten es nicht, das Kind vor dem hinterlistigen und grausamen Feind zu schützen…


Und heute? Und heute kann ich! Ich kann über das Kind erzählen, vielleicht wird irgendjemand das lesen und versteht etwas für sich. So will ich, dass ALLE, hört, ALLE, die das lesen werden, wissen, was ich, ein 40-jähriger kräftiger Mann, fühlte, als ich in die leeren Augenhöhlen dieses Kindes schaute. Ich weiß, wer es getötet hatte! Ein DEUTSCHER NAZI tötete es, der das Land des Kindes betrat, um es und Millionen Russen, Weißrussen, Ukrainer, Tadschiken, Usbeken und andere zu seinen Sklaven zu machen, uns unser Land und unsere Häuser wegzunehmen. Dieser DEUTSCHE, ÖSTERREICHER, ITALIENER, RUMÄNE, UNGAR kam, -ebenso wie etwas mehr als hundert Jahre zuvor Franzosen mit all dem europäischen Gesindel- mit demselben Ziel und derselben Aufgabe. Sie töteten unsere Kinder, verbrannten unsere Dörfer und zerstörten unsere Städte. Auch wie zuvor Polen kamen und andere, die sich einbildeten, sie seien Übermenschen, die meinten, sie seien die Auserwählten Gottes.


Wo war die ganze Weltgemeinschaft, als dieses Kind starb? Wo bleibt sie heute, während Kinder im Donbass sterben müssen? Ich wünschte, dass ALL jene, die in Russland, Weißrussland und in der Ukraine uns über europäische Werte und Kultur belehren wollen und denen wir zuzustreben hätten, heute zusammen mit uns aus dem Trichter der deutschen Fliegerbombe die Knochen dieses Kindes ausgraben würden. Fragt mich, denn ich habe heute diese Werte im Trichter gesehen. Diese Werte oder das, was sie so bezeichnen, gab ihnen – all denjenigen, die heute über den Frieden sprechen – auch mein Großvater Sergej Leksin zurück, als er sein Sturmgewähr lud. Er kam bis nach Prag und gab ihnen das zurück, was sie selber nicht schützen wollten, ihre berüchtigten Werte, auf die sie Hitler und ihrer Ruhe zuliebe verzichtet hatten. Ja, nicht alle hatten darauf verzichtet. Ja, es gab und es gibt dort Leute, die bereit waren und bereit sind, für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen. Aber man hörte damals nicht auf sie –wie man auch heute nicht auf sie hört – eigenen aufgeblasenen materiellen Interessen, eigenen politischen Ansprüchen zuliebe, die einer Träne des Kindes nicht wert seien.


Was hätte aus diesen Kindern alles noch werden können. Denkt nur daran, was sie hätten erfinden können – ein Sternenschiff, einen Impfstoff gegen Krebs, zum Mars fliegen, einfach am Werk zum Wohl ihres Landes mitarbeiten. Aber es gibt dieses Kind nicht mehr, es lag 74 Jahre im Trichter einer Fliegerbombe als Erinnerung für uns alle daran, was … Krieg ist.


Ich, ein russischer Staatsbürger, Sergej Matschinskij, wende mich an alle Russen, Weißrussen, Ukrainer, an alle Einwohner des ehemaligen großen Landes UdSSR im Namen des Kindes der Brester Festung. Ich fühle mich berechtigt, dies zu tun, da ich aus den Ziegelbruchstücken seine Knochen ausgegraben habe. Erwacht und versteht es endlich, dass sie es immer wieder versuchen werden, uns unser Land, unsere Schätze wegzunehmen und uns zu ihren Sklaven machen möchten. Unser russisches – ja, russisches Land! – wird sie immer ärgern und in Wut bringen. Sie werden immer wieder versuchen, es zu erobern. Vielleicht tun sie das noch nicht so offen. Sie werden allmählich unseren Völkern Mythen über unsere „Einmaligkeit“ erzählen, uns versprechen, dass sie uns in ihre „einmaligen“ Reihen aufnehmen werden. Und das durch Verräter, die sie für 30 ausländische Silberlinge einkaufen. Sie werden versuchen, unsere Staatlichkeit zu zerstören, um all das unter den Hammer zu bringen, was zum Preis des Lebens dieses Kindes erkämpft wurde. Sie werden uns beibringen wollen, dass Klamotten und Geld dem Menschen Glück und Macht geben. Nein! Denn merkt euch: Nur wir ALLE GEMEINSAM können unsere Pflicht gegenüber diesem Kind aus der Brester Festung erfüllen und unsere Kinder vor solch einem schwarzen Trichter schützen. Indem wir für unser Land alles tun, was wir können, ohne dabei unseren Beutel zu bespicken und ohne uns mit unnötigem Luxus, unnötigem Kram zu umgeben, indem wir unsere Staaten stark machen, so stark, dass kein neuer Hitler, kein neuer Napoleon jemals wieder an einen Heereszug nach Russland auch nur denken könnten, dann erfüllen wir würdig unsere Pflicht.


 Denkt alle daran – Reiche und Arme, Junge und Alte, Russen und Nichtrussen –, da wir für Feinde von einer Nationalität sind - RUSSEN. Und behaltet dies in eurem Gedächtnis, auch wie ich für mein ganzes Leben lang die Kinder der Brester Festung in meinem Gedächtnis behalten werde. Lebt ihr lebenswert? Denkt alle für eine Sekunde daran, was ich persönlich, abgesehen von Umständen und anderen Leuten, dafür getan habe, damit mein Land stärker wird und meine Kinder groß werden und leben. Außerdem will ich, dass alle diejenigen, die in ihrem hässlichen Kopf an einen Heereszug gegen Russland denken, wer es verraten und verkaufen will, wissen, dass ich mit den Zähnen jeden solchen zerreißen werde. Ich, wie mein Großvater, werde hungern und Jahre nicht schlafen. Ich werde auf allen vieren kriechen, um zu euch nach Hause zu kommen, ich werde sogar als Toter zu euch kommen, da ich der Sohn eines Ukrainers und einer Russin, das Enkelkind einer Polin und eines Ukrainers bin. ICH BIN RUSSE und DAS IST MEIN LAND, meine Vorfahren haben es mir hinterlassen und die Kinder der Brester Festung haben dafür ihre Leben lassen müssen – und ich bin so nicht alleine, wir sind Millionen! Das Einzige, wovor ich jetzt Angst habe ist, in den ersten Sekunden - wie die Soldaten der Brester Festung – sterben zu müssen. Ich möchte es wenigstens schaffen, in die Augen desjenigen zu schauen, der, Gott bewahre, nochmals versucht, mit dem Schwert in der Hand dieses Land zu betreten.


 Я хотел, чтобы это прочитали люди в разных странах.


Вот энтузиасты сделали перевод.


 Ins Deutsche übersetzt von Polina ASTASCHKINA


 

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